Was gilt seit Dezember 2020?
Seit dem 23. Dezember 2020 gelten für Maklerverträge über Wohnungen und Einfamilienhäuser besondere Verbraucherschutzregeln. Der Maklervertrag muss in Textform geschlossen werden. Wenn ein Makler für Käufer und Verkäufer tätig ist, darf er nach § 656c BGB nur von beiden Seiten eine Provision in gleicher Höhe vereinbaren.
Wenn nur eine Partei den Makler beauftragt, regelt § 656d BGB die Weitergabe von Maklerkosten. Die andere Partei darf nur beteiligt werden, wenn die beauftragende Partei mindestens in gleicher Höhe verpflichtet bleibt. Kurz gesagt: Bei typischen Wohnimmobilien kann der Verkäufer nicht einfach 0 Prozent zahlen und die gesamte Provision auf den Käufer schieben.
Die Höhe der Provision wird vertraglich vereinbart. Im Rechner kann dafür ein frei gewählter Beispielsatz eingetragen werden; daraus lässt sich kein gesetzlicher oder allgemein verbindlicher Hessen-Tarif ableiten.
Die 3,57 Prozent setzen sich aus 3,0 Prozent Nettoprovision und 19 Prozent Mehrwertsteuer zusammen (3,0 % × 1,19 = 3,57 %). Auf beide Seiten gerechnet sind das 7,14 Prozent, von denen rund 1,14 Prozentpunkte auf die Mehrwertsteuer entfallen.
Was kostet die Maklerprovision in Hessen?
| Kaufpreis | Käuferanteil 3,57 % | Verkäuferanteil 3,57 % | Provision gesamt |
|---|---|---|---|
| 300.000 € | 10.710 € | 10.710 € | 21.420 € |
| 450.000 € | 16.065 € | 16.065 € | 32.130 € |
| 600.000 € | 21.420 € | 21.420 € | 42.840 € |
| 750.000 € | 26.775 € | 26.775 € | 53.550 € |
Die Provision wird nicht bei der Besichtigung fällig. Sie entsteht üblicherweise mit dem notariellen Kaufvertrag, sofern der Maklervertrag wirksam geschlossen wurde und der Makler die vereinbarte Leistung erbracht hat.
Wann gilt die 50/50-Teilung nicht?
Die Regeln zur Provisionsteilung greifen bei Wohnungen und Einfamilienhäusern, wenn Verbraucher beteiligt sind. Nicht jede Immobilie fällt automatisch darunter.
- Mehrfamilienhäuser: Bei Zinshäusern mit mehreren Einheiten wird die Provision häufig individuell verhandelt.
- Gewerbeimmobilien: Büro, Praxis, Laden oder Lager fallen nicht unter die typische Wohnimmobilienregel.
- Unbebaute Grundstücke: Grundstücksverkäufe können anders strukturiert sein, vor allem wenn keine Wohnbebauung vorliegt.
- Kapitalanlagefälle: Die wirtschaftliche Einordnung kann anders sein. Im Zweifel Vertrag prüfen lassen.
Was bedeutet das für Verkäufer?
Für Verkäufer ist die Provision ein Kostenpunkt, aber auch eine Leistungsfrage. Entscheidend ist nicht nur der Prozentsatz, sondern ob der Makler den Verkaufspreis, die Vermarktung, die Unterlagen, die Verhandlung und die Abwicklung sauber steuert.
Ein zu hoch angesetzter Angebotspreis kostet oft mehr als eine professionelle Provision. Er verlängert die Vermarktung, schwächt die Verhandlungsposition und macht spätere Preisreduzierungen sichtbar. Eine realistische Bewertung am Anfang ist deshalb der bessere Hebel.
Bettermann Immobilien bespricht die konkrete Provisionsregelung transparent vor Beauftragung. Keine Zahl sollte im Exposé, im Maklervertrag oder im Kaufprozess unklar bleiben. Die Maklertätigkeit erfolgt mit Erlaubnis nach § 34c Gewerbeordnung (Kreisausschuss des Kreises Groß-Gerau).